Anlässlich des 150. Geburtstags von Maria Franck-Marc (1876–1955) widmet das Franz Marc Museum der Künstlerin erstmals in der Geschichte des Hauses eine umfassende Einzelausstellung.
Maria Franck-Marc war eng mit dem Blauen Reiter verbunden, ihr eigenes künstlerisches Werk stand jedoch lange im Schatten ihrer Rolle als Frau und Nachlassverwalterin Franz Marcs.
»Blumen für Maria«
Im Museumsfoyer erwartet Besuchende eine besondere florale Intervention: Für
»Blumen für Maria« lässt sich der Florist Andreas Müssig von den Werken Maria
Franck-Marcs inspirieren und übersetzt deren Bildwelt in eine lebendige Installation
aus Blumen, Farben und Formen.
Begleitprogramm
Direktorinnenführung So, 5.7.2026, 16–16:45 Uhr
Jessica Keilholz-Busch (Kuratorin und Direktorin des Franz Marc Museums) führt
durch die Ausstellung zu Maria Franck-Marc und gibt Einblicke in deren Konzeption
und Entstehung.
Dialogführung »Blumen für Maria« Di, 21.7.2026, 17–17:45 Uhr
Jessica Keilholz-Busch (Kuratorin und Direktorin des Franz Marc Museums) und
Andreas Müssig (Florist und Inhaber von Blumen Müssig in Murnau) führen
gemeinsam durch die Ausstellung. Im Mittelpunkt steht die eigens für die
Präsentation entwickelte florale Installation.
Matinee – Klang des Lichts. Kaminski in Kochel So, 5.7.2026, 11 Uhr
Zum 140. Geburtstag und 80. Todestag Heinrich Kaminskis widmet sich die Matinee
dem Komponisten, Ehrenbürger Kochels und engem Freund Maria Franck-Marcs.
Die Blauen Reiterinnen – mehr als nur Gefährtinnen
Do, 6.8.2026, 18:30 Uhr
Dr. Carla Heussler beleuchtet die Rolle der Künstlerinnen im Umfeld des Blauen
Reiters mit besonderem Fokus auf Marianne von Werefkin, Gabriele Münter und
Maria Franck-Marc.
zu den Werken
Die Ausstellung versammelt rund 30 Werke aus öffentlichen und privaten
Sammlungen und eröffnet einen neuen Blick auf Maria Franck-Marc als eigenständige
Künstlerin der Moderne. Zu den Leihgebern zählen unter anderem das Museum
Wiesbaden und das Schloßmuseum Murnau. Der Großteil der ausgestellten Arbeiten
stammt aus Privatbesitz, einige Werke werden erstmals öffentlich gezeigt. In dieser
Form wird das Werk Maria Franck-Marcs seit Jahrzehnten erstmals wieder in
größerem Umfang zusammengeführt.
Gezeigt werden Gemälde, Zeichnungen und textile Arbeiten, die die Vielfalt ihres
Schaffens sichtbar machen. Im Zentrum stehen Blumenstücke, Landschaften,
Naturstudien, Stillleben sowie Darstellungen von Kindern. Gerade jene Motive, die
in der Kunstgeschichte lange als privat, dekorativ oder nebensächlich eingeordnet
wurden, erweisen sich bei Franck-Marc als eigenständige künstlerische Versuchs-
felder. Mit großer Sensibilität für Farbe, Form und Rhythmus entwickelte sie eine
Bildsprache, die alltägliche Themen in konzentrierte Studien von Wahrnehmung und
Gestaltung verwandelt.
Maria Franck-Marc gehörte einer Generation von Künstlerinnen an, denen der Zugang
zu staatlichen Kunstakademien und den etablierten Strukturen des Kunstbetriebs
weitgehend verwehrt blieb. Obwohl sie 1912 mit drei Werken in der zweiten
Ausstellung des Blauen Reiters vertreten war, gelang es ihr kaum, eine eigenständige
öffentliche Position zu etablieren. Nach dem Tod Franz Marcs im Jahr 1916 widmete
sie sich über Jahrzehnte der Bewahrung und Vermittlung seines Werks und prägte
dessen Nachleben maßgeblich. Diese wichtige Tätigkeit überlagerte jedoch die
Wahrnehmung ihres eigenen Œuvres.
Noch bis in die 1990er-Jahre wurden ihre Arbeiten nur selten öffentlich präsentiert
und kaum wissenschaftlich erforscht. Die Ausstellung richtet den Blick daher nicht
nur auf die erhaltenen Werke, sondern auch auf die Bedingungen ihrer Entstehung,
Überlieferung und Rezeption. „Die Frage ist nicht nur, warum Maria Franck-Marc so
lange unbekannt blieb. Die Frage ist auch, wie Kunstgeschichte entscheidet, wer
sichtbar wird“, sagt Keilholz-Busch. Damit eröffnet die Ausstellung zugleich eine
weiterführende Perspektive auf die Sichtbarkeit von Künstlerinnen im Umfeld des
Blauen Reiters und in der Kunstgeschichte der Moderne.

