fuenfseen TALK: Tim Schmidt-Burr Hotel Schloss Berg

von Birgit Widmann | 6, Okt., 2026 | fuenfseen-TALK

„Wenn wir hinten fertig sind, fangen wir vorne wieder an“ — Tim Schmidt-Burr über ein Hotel, das seit 1986 der Familie gehört.

Das Hotel Schloss Berg liegt in zweiter Reihe zum Starnberger See, und die Zimmer zur Seeseite haben trotzdem freien Blick. Es ist eines der ersten Häuser der Region für Firmentagungen — und ein Familienbetrieb, in dem Vater und Sohn täglich selbst an der Rezeption stehen. Hier nennt man den Starnberger See übrigens den Fürstensee, weil an diesen Ufern immer schon Adel und Prominenz wohnten. Der Ammersee heißt im Gegenzug Bauernsee: Dort hatte lange die Landwirtschaft Vorrang, und erst in den letzten Jahren wurde er als Wohnort für Prominenz attraktiv. Ich habe mit Tim Schmidt-Burr gesprochen, der das Haus zusammen mit seinem Vater führt.

Das Gespräch führte ich im Juni 2023. Die Angaben zu Personen und Zimmern haben den Stand von damals.

Das Hotel Schloss Berg ist ein Familienbetrieb — und Sie sind jetzt der Direktor?

Ich führe das Hotel zusammen mit meinem Vater. Ich bin für das operative Geschäft zuständig, mein Vater kümmert sich um Haus und Finanzen. Beide sind wir täglich im Hotel und bei unseren Gästen unterwegs. Mein Vater baute das Hotel im Jahr 1986, im Jahr 2000 erweiterte er es mit dem Tagungszentrum. Seither führen wir es als Familienbetrieb.

Wer sind Ihre Gäste?

Unsere Gäste kann man nicht pauschal beschreiben. Wir haben den Geschäftsreisenden, der für eine Nacht kommt, gleichzeitig die Urlaubsgäste, die zwei bis drei Wochen bleiben, und die Tagungsgruppen. Das ist täglich ein bunt gemischtes, breites Spektrum, und das macht Spaß. Jeder unserer Gäste ist von der ersten Sekunde an wichtig, und wir versuchen, allen Anforderungen gerecht zu werden.

Haben Sie viele Stammgäste?

Ja, wir haben tatsächlich viele Stammgäste, die jedes Jahr wiederkommen. Wir kennen sie alle beim Namen und wissen ihre Vorlieben. Das macht unser Haus sehr familiär.

Sie sind sozusagen eine Familie auf Zeit?

Ja, das könnte man fast so beschreiben. Die Gäste kennen unsere Mitarbeiter und verlangen oft schon bei der telefonischen Buchung einen bestimmten Mitarbeiter, weil man sich kennt. Viele unserer Mitarbeiter sind schon mehrere Jahre bei uns, teilweise bis zu zwanzig Jahre. Das ist länger, als ich Direktor bin. Das spricht dafür, dass unser Hotelklima gut funktioniert. Wir selbst arbeiten täglich an der Rezeption und im Frühstücksservice mit und freuen uns jedes Mal, bekannte Gesichter wiederzusehen. Im Sommer bekommen wir Verstärkung durch weiteres Personal, der Kern des Teams ist eingespielt. Aktuell haben wir eine Stelle frei — das ist wenig in einer Branche mit Fachkräftemangel.

Sie sind im Hotel groß geworden. Ein waschechter Starnberg-Seeler?

Ich bin in Starnberg geboren, hier aufgewachsen und habe bereits als Kind angefangen, im Betrieb mitzuhelfen. Den Hotelbetrieb habe ich von klein auf mitbekommen. Ich möchte nirgendwo anders leben. Wir haben die Nähe zum See, die Alpen und die gute Anbindung an München. Das alles weiß ich sehr zu schätzen.

Was lieben Sie an diesem Haus?

Die tägliche Herausforderung. Sie können alles planen, und es kommt doch oft anders. Kein Tag ist wie der andere. Ich liebe den Umgang mit den Gästen, die Vielfalt dieser Menschen. Hier im Hotel lerne ich unsere Gäste gut kennen, meist sind sie länger da. Und ich mag es besonders, mit meinem Team zu arbeiten. Das Ganze macht riesig Spaß.

Sie haben kein Restaurant — eigentlich.

Wir haben kein öffentliches Restaurant. Unsere Küche ist für die Vollverpflegung der Tagungsgäste zuständig: Frühstück, Pausen, Mittag- und Abendessen, ganz nach den individuellen Wünschen. Da der Großteil unserer Tagungen in den Wintermonaten stattfindet, haben wir im Sommer die Möglichkeit, unseren Gästen ab und an ein Abendessen im Haus anzubieten — auf unserer neuen Terrasse mit Seeblick. Wichtig ist: Dieses Angebot gilt ausschließlich für Hausgäste, wir führen kein offizielles Restaurant. Unsere Gäste schätzen diese familiäre Atmosphäre sehr.

Und was essen Sie selbst am liebsten?

Was ich besonders mag, obwohl es ungesund ist: Cordon bleu. Und dann richtig, mit Ketchup und Pommes.

Von außen wirkt das Haus wie ein Hotel der 1980er — dunkel, wie es damals modern war. Dann betritt man die Lobby und ist überrascht: freundlich, farblich abgestimmt, eine gelungene Verbindung von alt und neu. Ist das Ihr Händchen?

Die neueren Umbauten kommen aus meiner Feder. Wir sind privat geführt, das heißt, wir können das Hotel nicht auf einmal sanieren. Also modernisieren wir die Zimmer nacheinander — das erklärt auch, warum manche in Blau und andere in Grün gehalten sind. Ich selbst liebe den Stil mit viel Grau und Schwarz, was ich in einigen Bereichen schon umgesetzt habe. Von dem Altbestand, den man außen vermutet, ist innen nicht mehr viel zu erkennen. Wir sind bemüht, jedes Jahr einen Teil zu renovieren. Wenn wir hinten fertig sind, fangen wir vorne wieder an. Uns ist wichtig, dem aktuellen Hotelstandard zu entsprechen — das erwarten unsere Gäste, und viele Neukunden sind überrascht über unser Wohlfühlambiente. Unser gesamtes Team fühlt sich hier gut, und so sollte es doch sein. Die Zimmer zur Seeseite bieten freien Blick auf den Starnberger See, obwohl wir in zweiter Reihe stehen. Für noch mehr Wohlfühlambiente haben wir die Seeterrasse ausgebaut, damit unsere Gäste schon zum Frühstück die Aussicht genießen können.

Was ist Ihr Ausgleich?

Ich würde sagen, dass ich Ausgleich nicht wirklich brauche. Im Winter gehe ich Skifahren, im Sommer auf den Golfplatz. Aber im Grundsatz ist der Hoteljob für mich keine Belastung und kein Job im klassischen Sinne. Ich komme gerne hierher und freue mich auf die Arbeit. Ich würde es gar nicht als Arbeit bezeichnen — es ist ein interessanter Teil meines Lebens.

Was ist typisch Starnberger?

Typisch Starnberger? Ich würde sagen, dass das Bild von Starnberg nicht so ist, wie man es oft liest. Es gibt hier ganz normale Leute. Was ich sehr schätze, ist das ländlich Vertraute: Wenn man zum Einkaufen oder zum Bäcker geht, kennt man die Leute. In unserem Ort Berg gibt es sogar noch Bauernhöfe. Deshalb achten wir auch darauf, unsere Produkte regional einzukaufen.

Hotel Schloss Berg — Adresse und Kontakt

Hotel Schloss Berg Ölschlag 9, 82335 Berg Telefon +49 8151 963-0 info@hotelschlossberg.de www.hotelschlossberg.de

Häufige Fragen zum Hotel Schloss Berg

Hat das Hotel Schloss Berg ein öffentliches Restaurant?
Nein. Die Küche versorgt die Tagungsgäste mit Vollpension, und im Sommer gibt es gelegentlich ein Abendessen auf der Seeterrasse — beides ausschließlich für Hausgäste.

Seit wann gibt es das Hotel?
Seit 1986. Im Jahr 2000 kam das Tagungszentrum dazu. Das Haus ist seither durchgehend ein Familienbetrieb.

Haben die Zimmer Seeblick?
Die Zimmer zur Seeseite haben freien Blick auf den Starnberger See, obwohl das Haus in zweiter Reihe zum See steht.

Kann man im Hotel Schloss Berg tagen?
Ja, das Haus hat ein eigenes Tagungszentrum, und der Großteil der Tagungen findet in den Wintermonaten statt. Zur Tagung gehört auf Wunsch die komplette Verpflegung.

Wo liegt das Hotel Schloss Berg?
Ölschlag 9 in 82335 Berg am Starnberger See, wenige Minuten von Starnberg und mit guter Anbindung an München.

Interview und Fotos: Birgit M. Widmann

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🏢 Hotel Schloss Berg

📍 Adresse: Seestraße 17

📮 PLZ: 82335

📍 Ort: Berg

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