Fast 290.000 Besuche, internationale Kooperationen mit Tate London und dem Guggenheim New York und 30 Prozent weniger Energieverbrauch: Das Lenbachhaus blickt auf ein starkes Jahr zurück und startet 2026 mit einem Programm zwischen Blauem Reiter, Gegenwartskunst und offenem Gartenprogramm.
Beste Reisezeit: ganzjährig, mit wechselnden Ausstellungen über das Jahr 2026 verteilt
Das Lenbachhaus zieht erfolgreiche Bilanz für 2025: Stark besucht, internationale Kooperationen und nachhaltige Weichenstellungen. 2026 wird spannend für Liebhaber von anspruchsvollem Programm, internationaler Präsenz und enger Zusammenarbeit mit den Menschen der Stadtgesellschaft und im Bereich Bildung und Vermittlung für Schulklassen.
Das Lenbachhaus blickt auf ein außerordentlich erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mit insgesamt 289.526 Besuchen und 15.841 ausgegebenen Jahreskarten, die zu 36.308 Besuchen führten, erreichte das Museum hervorragende Besucherzahlen. „Diese Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie stark das Lenbachhaus im Stadtleben verankert ist – auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen“, sagte Marek Wiechers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München, auf der Jahrespressekonferenz im Lenbachhaus München.
Auch im Bereich Bildung und Vermittlung verzeichnete das Lenbachhaus eine anhaltend hohe Nachfrage: 780 Schulklassen wurden 2025 betreut, zusätzlich besuchten rund 29.000 Kinder und Jugendliche das Haus oder nahmen an Vermittlungsprogrammen teil. Insgesamt wurden 1.448 Gruppenführungen durchgeführt.
Auch international war das Haus 2025 stark präsent. Große Aufmerksamkeit erhielt der Ausstellungstausch „Turner“ gegen den „Blauen Reiter“ in Kooperation mit der Tate London. Zudem realisierte das Lenbachhaus gemeinsam mit der Gabriele Münter- und Johannes-Eichner-Stiftung mehrere Ausstellungen zum Werk von Gabriele Münter – in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris sowie aktuell mit dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York (noch bis April 2026).
Zu den erfolgreichsten Projekten des Jahres zählte „Aber hier leben, nein danke. Surrealismus & Antifaschismus“. Viel besucht und mehrfach als beste Ausstellung des Jahres genannt, für den Art-Kuratorenpreis nominiert und als „besondere Ausstellung“ durch die deutsche Sektion des internationalen Kunstkritikerverbands AICA ausgezeichnet, steht das Projekt für das im besten Sinne populäre und zugleich gesellschaftlich relevante Programm des Lenbachhauses. Im Juni 2026 wird die Ausstellung im spektakulären Neubau des Museums für Moderne Kunst in Warschau gezeigt.
Neben klassischen Ausstellungsformaten setzte das Lenbachhaus 2025 verstärkt auf experimentelle Formate. Im Rahmen des internationalen Festivals DANCE war im Mai die Installation „art.Life“ des Choreografen Richard Siegal im Kunstbau zu sehen, ebenso Choreographien von Trajal Harrell.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf kooperativen Projekten: Das Vermittlungsprojekt „Hallo, mein Name ist Kunstbau“ basierte auf über 50 Kooperationen innerhalb der Stadtgesellschaft und öffnete den Kunstbau bewusst als partizipativen Raum.
Sanierung des Kunstbaus in 2026
Ein zentrales Zukunftsthema des Museums bleibt die Nachhaltigkeit. Das Lenbachhaus war eines der ersten Museen in Deutschland, das eine umfassende Klimabilanz erstellte. Durch gemeinsam mit dem Baureferat umgesetzte Maßnahmen konnte der Energieverbrauch seit 2023 um rund 30 Prozent gesenkt werden – das entspricht einer Einsparung von etwa 300 Tonnen CO₂ pro Jahr. Mit der aktuell begonnenen energetischen Sanierung des Kunstbaus soll der Energieverbrauch dort nochmals um rund ein Drittel reduziert werden. Das würde zusätzliche 50 Tonnen CO₂ jährlich einsparen.
Lenbachhaus Programm 2026
Was zu verschwinden droht, wird Bild. Mensch – Natur – Kunst bis Frühjahr 2027
Bilder halten fest, was nicht mehr existiert oder sich ständig wandelt: Natur, Begegnungen, Landschaften. Das Lenbachhaus zeigt Werke des 19. und 20. Jahrhunderts, die Kunst, Vergänglichkeit und museales Bewahren zusammenführen.
Shifting the Silence. Die Stille verschieben – Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus – bis voraussichtlich Ende 2026
Ausgehend von Etel Adnans letztem Buch thematisiert die Ausstellung die Herausforderung, bildende Kunst in Worten erfahrbar zu machen.
Out of Focus.
Leonore Mau und Haiti – eine Ausstellung von U5 bis 15. Februar 2026
Die Fotografien von Leonore Mau werden in ein multimediales Environment überführt, das Fragen des Zeigens und Nichtzeigens verhandelt.
Iman Issa. Lass uns spielen bis 12. April 2026
Iman Issa befasst sich in ihrem spielerischen wie formal präzisen Werk mit grundlegenden Fragen der Kunst.
Über die Welt hinaus.
Der Blaue Reiter 10. März 2026 – Ende 2027
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich in München ein Kreis von Künstlerinnen und Künstlern mit dem Ziel, die Kunst zu erneuern und die Gesellschaft zu verändern. Die Ausstellung rückt wegweisende Errungenschaften in den Mittelpunkt – von Franz Marcs symbolischer Farbtheorie über Wassily Kandinskys Abstraktionen bis hin zu Alexander Sacharoffs performativen Grenzüberschreitungen. Mit über 150 Arbeiten eröffnet sie neue Perspektiven auf eine der bedeutendsten Bewegungen der europäischen Avantgarde. Die Ausstellung findet im Rahmen der Vorbereitungen zum Jubiläum „100 Jahre Lenbachhaus 1929/2029″ statt.
Mit Werken von: Albert Bloch, Erma Bossi, Wladimir Burljuk, Heinrich Campendonk, Robert Delaunay, Elisabeth Epstein, Maria Franck-Marc, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Emmy Klinker, Moissey Kogan, Else Lasker-Schüler, August Macke, Franz Marc, Wilhelm Morgner, Gabriele Münter, Jean Bloé Niestlé, Marianne von Werefkin
Kuratiert von: Melanie Vietmeier und Matthias Mühling
Franz Wanner. Eingestellte Gegenwarten 23. März – 19. Juli 2026
Ausgehend von einer bei Grabungen im ehemaligen KZ Sachsenhausen geborgenen Plexiglas-Schutzbrille untersucht Franz Wanner (*1975, Bad Tölz) die Kontinuitäten von NS-Zwangsarbeit bis zu heutigen Themen wie Migrationspolitik und Rüstungsindustrie.
Kuratiert von: Stephanie Weber
Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik 12. Mai – 27. September 2026
Die Ausstellung erzählt anhand konkreter Geschichten und Objekte vom Leben in der Weimarer Republik – zwischen Emanzipation, Wirtschaftskrise und aufkommendem Nationalsozialismus.
Mit Werken von: Käte Hoch, Heinrich Hoerle, Karl Hubbuch, Lotte Jacobi, Grethe Jürgens, Jeanne Mammen, Gabriele Münter, Christian Schad, August Sander, Rudolf Schlichter u. a.
Kuratiert von: Karin Althaus und Matthias Mühling
Buntes Garten Ciao April – August 2026
Kostenlose Mitmach-Veranstaltungen im Freien: Performances, Workshops, Spaziergänge, Tanzveranstaltungen, Theater, Karaoke und Kaffeeklatsch rund um das Lenbachhaus.
Kuratiert von: Samira Yildirim
Maria Jarema 26. Oktober 2026 – 25. April 2027
Erste Deutschland-Präsentation der polnischen Künstlerin Maria Jarema (1908–1958), Bildhauerin, Malerin und Theaterschaffende. In Kooperation mit dem Museum für Moderne Kunst Warschau.
Kuratiert von: Stephanie Weber
Neuausrichtung der Vermittlungsräume
Die bisherigen Workshopräume werden neu gestaltet – mit Küche, Bibliothek und Raum für Seminare, Reading Groups, Filmscreenings und offene Werkstatt.
Digitale Plattform: 100 Jahre Lenbachhaus Launch Mitte 2026
In Kooperation mit der LMU München und dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte entsteht eine digitale Plattform zur Museumsgeschichte, die bis zum Jubiläum 2029 erweitert wird.
Externe Kooperationen:
Gabriele Münter: Contours of a World, 07.11.2025–26.04.2026,
Solomon R. Guggenheim Museum New York
Aber hier leben? Nein danke. Surrealismus + Antifaschismus, 12.06.2026–10.01.2027,
Museum für Moderne Kunst Warschau

