Das ehemalige Klosterareal mit der prachtvollen barocken Klosterkirche als Mittelpunkt ist die Attraktion der Stadt. Zu jeder Tages- und Jahreszeit übt das Ensemble auf den Besucher eine immer wieder neuartige Faszination aus.
1256 ließ der bayerische Herzog Ludwig II. „der Strenge“ seine Gemahlin Maria von Brabant wegen vermeintlicher Untreue hinrichten. 1263 gründeten Zisterzienser auf dem „Feld des Fürsten“ das dem Herzog vom Papst als Sühneleistung für seine Tat auferlegte Kloster. Der Stifter und sein Sohn, der spätere Kaiser Ludwig der Bayer, statteten es reich aus. Nach den Wirren der Reformationszeit und des Dreißigjährigen Krieges gelang dem damaligen Abt Martin Dallmayr (1640–1690) ein umfassender innerer und äußerer Neubeginn. 1691 wurde der Grundstein für die barocke Klosteranlage gelegt, 1700 folgte der Baubeginn der Kirche.
Das weltliche Leben
In den ehemaligen Konventgebäuden ist die Hochschule für den Öffentlichen Dienst in Bayern, Fachbereich Polizei, ansässig (nicht öffentlich zugänglich). In einem Trakt befindet sich der Kurfürstensaal mit kunstvollen Asam-Fresken und Stuckaturen von Nicolo Perti. Dieses aufgrund von baulichen Veränderungen jahrzehntelang verborgene Juwel wurde auf Initiative eines Fördervereins restauriert. Der Festsaal wird nur bei ausgewählten Veranstaltungen und Führungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Kurfürstensaal – jahrzehntelang verborgenes Juwel Foto: Scherer
Das Bauwerk ist ein Meisterwerk der Gebrüder Asam
Die Kirche ist der bauliche Mittelpunkt der gesamten Anlage. Besonders auffällig ist die monumentale Fassade. Die üppige Ausstattung des Innenraums wird durch das einfallende Tageslicht betont. Vorherrschende Pastelltöne auf ocherfarbenem Grund und schimmernden Blattgold erzeugen immer wieder neue Blickwinkel und Ensembles der Schönheit.
Entworfen wurde der Sakralbau vom Münchener Oberhofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi im Auftrag von Kurfürst Max Emanuel, dem ein bayerischer Escorial – Kloster und Schloss – vorschwebte. Nahezu das gesamte 18. Jahrhundert sollte von ihrer Errichtung und Ausstattung geprägt sein. An der Innenausstattung waren vor allem die Gebrüder Asam beteiligt – der Bildhauer Egid Quirin Asam mit zwei Altären und dem Entwurf für den Hochaltar, sein Bruder Cosmas Damian Asam als Freskant.
Trotz der großen kunsthistorischen Bedeutung ist die Kirche ein Gotteshaus und kein Museum. Deshalb wurde sie vom Eigentümer, dem bayerischen Staat, der katholischen Pfarrgemeinde St. Magdalena (Pfarrverband Fürstenfeld) auch vertraglich zur seelsorglichen Nutzung anvertraut. Seit der Wiedereröffnung nach langer Renovierung vor über 30 Jahren lockt sie mit Gottesdiensten und Orgelkonzertreihen sowie geistlichen Konzerten.
Öffnungszeiten Klosterkirche Mariä Himmelfahrt
Tagsüber ist die Kirche bis zum Gitter geöffnet mit einem freien Blick auf die Innenarchitektur. Der gesamte Kirchenraum ist geöffnet von Mai bis einschließlich September: Mittwoch bis Sonntag, 11.00 – 18.00 Uhr, sonntags nach dem Gottesdienst.
