Als Kind bin ich immer heimlich hierher gegangen. Zwischen den Schmetterlings- und Käfersammlungen, vor den großen afrikanischen Wildtieren, habe ich von meinen späteren Reisen geträumt. Das Missionsmuseum der Erzabtei St. Ottilien ist ein Ort, der Fernweh weckt – und das seit fast 140 Jahren.
Was ist das Missionsmuseum St. Ottilien?
Das Museum wurde 1887 in den Räumen der Erzabtei eingerichtet und zeigt Objekte, welche die Missionsbenediktiner im Rahmen ihrer Tätigkeit in Ost- und Südafrika, Korea und anderen Ländern erwarben. Ursprünglich diente die Sammlung als Lehrsammlung zur Orientierung für zukünftige Missionare – später wurde sie auch für Besucher zugänglich gemacht.
Was gibt es im Museum zu sehen?
Auf drei Ebenen präsentiert das Museum rund 5.000 Objekte:
Die ethnologische Sammlung umfasst etwa 1.000 Objekte aus Ostafrika, Südafrika und Korea: Alltagsgegenstände aus Haushalt, Nahrungsbeschaffung und Handwerk, dazu Kleidung, Schmuck, Waffen und Musikinstrumente. Besonders sehenswert sind afrikanische Masken und Schnitzereien sowie koreanisches Porzellan aus verschiedenen Epochen.
Die naturhistorische Sammlung zeigt 300 Tierpräparate aus der Zeit zwischen 1890 und 1920, überwiegend aus Ostafrika. In einem großen Diorama sind Pferde- und Leierantilopen, Gazellen, Klippspringer sowie verschiedene Affen- und Halbaffenarten zu sehen – alle in lebensnahen Stellungen präpariert. Dazu kommen die Insektensammlungen, die besonders Kinder faszinieren.
Historische Filme: Im Untergeschoss werden Kurzfilme gezeigt, die Erzabt Norbert Weber in den 1920er Jahren gedreht hat – mit Alltagsszenen aus Afrika und Korea.
Wurde das Museum modernisiert?
Ja, von 2011 bis 2015 durchlief die Sammlung eine mehrjährige konservatorische Sicherung der Gebäude und eine Modernisierung der Präsentation. Parallel dazu wurden Inventarisierung, wissenschaftliche Untersuchung und eine Provenienzforschung des gesamten Bestands vorgenommen. Die ursprüngliche „missionarische Sammlung“ wurde damit an die Maßstäbe moderner Museen angepasst, ohne ihren historischen Charakter zu verlieren.
Gibt es noch ein zweites Museum auf dem Gelände?
Ja – und es ist ebenso ungewöhnlich: eine große Nähmaschinen-Sammlung aus 140 Jahren, zusammengetragen und liebevoll präsentiert von Bruder Aurelian Binswanger.
Was kann man sonst noch im Klosterdorf entdecken?
Das Klosterdorf St. Ottilien lädt zu einem ganzen Ausflugstag ein: die Abteikirche, der Klosterladen mit Galerie im Obergeschoss (wechselnde Ausstellungen), der Hofladen, die moderne Melkanlage – und der Klostergasthof mit Biergarten für die Einkehr.
Wo hat man den schönsten Ausblick in St. Ottilien?
Ein besonderer Tipp, den viele Besucher übersehen: Vom Obstgarten aus, unterhalb dessen der Planetenweg verläuft, hat man bei Föhnwetterlage einen besonders schönen Blick auf die Alpenkette. Ein lohnender Abstecher, wenn die Sicht klar ist – und ein idealer Platz für eine kurze Pause zwischen Museumsbesuch und Einkehr.
Häufig gestellte Fragen zum Missionsmuseum St. Ottilien
Seit wann gibt es das Missionsmuseum?
Seit 1887 – ursprünglich als Lehrsammlung für angehende Missionare, später für die Öffentlichkeit geöffnet.
Wie viele Objekte umfasst die Sammlung?
Rund 5.000 Objekte auf drei Ebenen, darunter etwa 1.000 ethnologische Stücke und 300 Tierpräparate.
Aus welchen Regionen stammen die Objekte?
Schwerpunkte sind die ehemaligen Missionsgebiete in Ostafrika, Südafrika und Korea.
Gibt es noch weitere Museen in St. Ottilien?
Ja, auf dem Klostergelände befindet sich zusätzlich eine große Nähmaschinen-Sammlung.
Ist das Museum für Kinder geeignet?
Besonders die naturhistorische Sammlung mit afrikanischen Wildtieren, Schmetterlingen und Käfern übt große Faszination auf Kinder aus.
Gibt es in St. Ottilien einen schönen Aussichtspunkt?
Ja, vom Obstgarten oberhalb des Planetenwegs bietet sich bei Föhnwetterlage ein besonders schöner Blick auf die Alpenkette.
Öffnungszeiten:
Montag geschlossen (aktuelle Zeiten bitte auf der Website prüfen)
Anfahrt:
Von Osten über A96 Richtung Lindau, Ausfahrt Windach, Richtung Eresing/St. Ottilien. Zwei große Parkplätze am Eingang zum Gelände vor dem Klostergasthof.
In der Nähe:
Klostergasthof St. Ottilien (täglich 11–21 Uhr), Biergarten Emminger Hof (bis 500 Plätze, Mai bis September), Klostercafé und Klosterladen.
Foto copyright: Missionsmusem

