Fünfzig Taferl, mehr als hundert Kinder und Jugendliche: Vor jeder Zugnummer gehen sie mit dem Schild voran, sieben Kilometer lang. Im Fernsehen fallen sie kaum auf – dabei sind sie die Ersten, die man von jeder Gruppe sieht.
Wer den Trachten- und Schützenzug vom Straßenrand aus verfolgt, schaut auf Kapellen, Gespanne und Trachten. Die Kinder und Jugendlichen, die jeweils vorneweg gehen, nimmt man eher nebenbei wahr. Dabei hätte der Zug ohne sie keine Ordnung: Ihr Taferl zeigt, wo eine Gruppe endet und die nächste beginnt.

Fünfzig Zugnummern, fünfzig Taferl. Wer es trägt, geht vor seiner Gruppe her – sieben Kilometer lang.
Was sind Taferlträger?
Taferlträger tragen das Schild mit der Zugnummer vor jeder Gruppe her – ein grüner Kranz an einer roten Stange, in der Mitte die Nummer. Heuer waren es fünfzig Taferl, weil der Zug von sechzig auf fünfzig Zugnummern verkürzt wurde. Für die Zuschauer an der Strecke und für die Fernsehübertragung ist das Taferl die Orientierung, wer gerade vorbeizieht. Dazu kommen noch die Taferlträger der einzelnen Gruppen, die innerhalb einer Zugnummer die entsprechenden Gruppen anzeigen. Wir haben sie in diesem Bericht numerisch nicht dazugezählt.

Sieben Kilometer mit dem Taferl in der Hand, und das Tempo bestimmen die Pferde dahinter.
Wer trägt die Taferl?
Seit mehr als 25 Jahren kommen die meisten Taferlträger von der Knabenkapelle Dachau. Weil es inzwischen nicht mehr genug Kinder gibt, laufen auch Kinder aus dem Bayerischen Trachtenverband mit und Kinder von Ordnern des Zuges. Sie sind zwischen elf und sechzehn Jahre alt, und dabei ist, wer Lust darauf hat.
Insgesamt sind es mehr als hundert Kinder und Jugendliche für fünfzig Taferl. Die meisten gehen deshalb nicht allein, sondern zu zweit oder zu dritt – um sich beim Tragen abzuwechseln oder einfach, um sich auf dem langen Weg zu unterhalten.
Die Knabenkapelle Dachau zieht übrigens auch selbst im Zug mit, als eigene Gruppe unter der Zugnummer 34.

Hinter dem Taferl beginnt die Gruppe. Davor endet die vorige.
Wie beginnt der Tag der Taferlträger?
Früh. Um halb acht treffen sich die Kinder und Jugendlichen in der Versicherungskammer Bayern. Dorthin werden auch die Lodenmäntel, die Hüte und die Taferl angeliefert. Dann wird eingekleidet, Ein spannender Moment, insbesondere für die TaferlträgerInnen, die zum ersten Mal dabei sind. Lachen, Laufen, Lampenfieber und begeisterte Aufregung treffen aufeinander. Dann heißt es, den richtigen Platz im Zug zu finden. Um 10 Uhr setzt sich dann der Trachtenumzug in Bewegung – natürlich ist dann jedes Taferl am richtigen Ort.

Zwischen den Gruppen liegen oft nur wenige Meter. Das Taferl zeigt, wo die nächste beginnt.
Warum tragen die Taferlträger Loden?
Die Lodenkleidung stellt der Festring München. Sie ist weitaus mehr als die einheitliche Tracht: Für die Ordner entlang der Strecke ist sie das Erkennungszeichen, wer zu den Taferlträgern gehört. In einem Zug mit mehr als achttausend Mitwirkenden muss man auf einen Blick sehen können, wer wohin gehört.
Nicht jedes Taferl wird allerdings im Lodenmantel getragen. Einige Kinder gingen heuer in Dirndl und Lederhose vor ihrer Gruppe her. Diese stammen entweder aus privatem Besitz oder wurden vom Bayerischen Trachtenverband zur Verfügung gestellt.

Manche Taferl werden zu zweit getragen – zum Abwechseln, oder einfach, weil sieben Kilometer zu zweit schneller vergehen.
Wie weit gehen die Taferlträger?
Die ganze Strecke: rund sieben Kilometer von der Maximilianstraße über die Innenstadt bis zur Theresienwiese. Für Elf- und Zwölfjährige ist das eine Leistung, zumal das Taferl höher ist als manche, die es tragen, und bei Sonne und Menschenmenge keine Pause vorgesehen ist.

Das Taferl ist höher als der, der es trägt. Gehalten wird es trotzdem bis zum Ziel.
Was passiert nach dem Zug?
Nach dem Ziel treffen sich alle wieder, legen die Lodenkleidung ab und feiern gemeinsam – mit Würstel und Brezn und haben sich jede Menge Abenteuer zu erzählen.

Die Lodenmäntel stellt der Festring. Für die Ordner sind sie das Erkennungszeichen, wer zu den Taferlträgern gehört.
Was wird aus Taferlträgern?
Oft bleiben sie dem Zug treu. Viele der früheren Taferlträger gehen heute als Ordner mit – und schicken inzwischen manchmal die eigenen Kinder mit dem Taferl voran.

Die Taferlträger sind die Ersten, die die Zuschauer von jeder Gruppe sehen.
Häufig gestellte Fragen zu den Taferlträgern
Was ist ein Taferlträger?
Ein Kind oder Jugendlicher, der beim Trachten- und Schützenzug das Schild mit der Zugnummer vor einer Gruppe herträgt.
Wer sind die Taferlträger beim Trachten- und Schützenzug?
Seit mehr als 25 Jahren vor allem Kinder der Knabenkapelle Dachau, dazu Kinder aus dem Bayerischen Trachtenverband und Kinder von Ordnern des Zuges.
Wie viele Taferlträger laufen beim Trachtenzug mit?
Mehr als hundert Kinder und Jugendliche für fünfzig Taferl. Viele gehen zu zweit oder zu dritt und wechseln sich beim Tragen ab.
Wie alt sind die Taferlträger?
Zwischen elf und sechzehn Jahre.
Warum tragen die Taferlträger Lodenmäntel?
Die Lodenkleidung stellt der Festring München. Sie dient den Ordnern als Erkennungszeichen, wer zu den Taferlträgern gehört.
Wie viele Taferl gibt es beim Trachtenzug?
Fünfzig Taferl mit den Zugnummern, eines für jede Nummer. Dazu kommen die Schilder, mit denen die einzelnen Gruppen innerhalb einer Zugnummer angezeigt werden.

