München ist die Landeshauptstadt Bayerns und mit 1.612.429 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) nach Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt Deutschlands. Auf 310,73 Quadratkilometern verteilen sich 25 Stadtbezirke – und in vielen davon merkt man bis heute, dass sie einst eigenständige Dörfer waren.
Beste Reisezeit: ganzjährig
Woher kommt der Name München?
Im 10. Jahrhundert ließen sich Mönche des Klosters Tegernsee beim Petersbergerl nieder – dort steht heute die Kirche „Alter Peter“. Der Ort wurde volksmündlich „Munichen“ genannt, was so viel bedeutet wie „bei den Mönchen“. Bis heute zeigt das Stadtwappen einen Mönch in schwarz-gelber Kutte.
Wie entstand München?
Die Mönche betrieben eine Zollbrücke über die Isar bei Unterföhring – und Salz war damals das Gold der Zeit. Der Handelsweg aus den Bergen Richtung Augsburg und in die Schweiz brachte gute Einnahmen.
Genau das weckte Begehrlichkeiten: 1158 zerstörte Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, die Brücke der Mönche und baute eine neue in Höhe des heutigen Gasteigs. Am 14. Juni 1158 bestätigte Kaiser Friedrich Barbarossa das Markt- und Münzrecht für „Munichen“ – mit einer Ausgleichszahlung an die Mönche. Das ist die erste urkundliche Erwähnung der Stadt.
Wie alt ist die Besiedelung der Region?
Deutlich älter als die Stadt: Bereits in der Jungsteinzeit lebten hier Menschen im dichten Wald. Zwischen 500 und 15 v. Chr. siedelten Kelten in der Region – die Isar, deren Name „die Reißende“ bedeutet, hatte sich damals schon tief in die Landschaft gegraben. Um 530 n. Chr. kamen die Bajuwaren und legten Ackerland an. Ihre Ortsgründungen erkennt man noch heute an der Endung „-ing“: Schwabing geht auf einen Kurfürsten namens Swapo zurück, Giesing auf Kyso und Sendling auf Sentilo.
Welche Etappen prägten Münchens Aufstieg?
1173: 2.500 Einwohner leben hinter der ersten Stadtmauer
1255: München wird Residenzstadt der Wittelsbacher, Ludwig der Strenge lässt den Alten Hof als Regierungssitz errichten
1314–1347: München ist Reichshauptstadt
1505: Nach der Vereinigung von Nieder- und Oberbayern wird München Hauptstadt Bayerns
1806: Sitz der Zentralverwaltung des Königreichs Bayern; Maxvorstadt, Ludwigsvorstadt und Isarvorstadt entstehen
1818: Sitz des Bayerischen Landtags, die Bayerische Verfassung entsteht
1826: München wird Universitätsstadt
1846: Die Einwohnerzahl übersteigt 100.000
1900: Über 500.000 Menschen leben in München
1957: Am 15. Dezember wird der einmillionste Münchner geboren
1972: Olympische Sommerspiele
Wie wurden aus Dörfern Stadtteile?
München besteht aus mehr als 60 Dörfern, die im Lauf der Zeit eingemeindet wurden. Weil Bayern überwiegend katholisch ist, hat fast jedes dieser Dörfer bis heute eine Kirche im Ortskern – mit Maibaum und Wirtshaus daneben.
Die wichtigsten Eingemeindungen:
1854: Au, Haidhausen und Giesing
1864: Ramersdorf
1877: Sendling
1890: Schwabing und Neuhausen
1892: Bogenhausen
1899: Nymphenburg
1900: Laim und Thalkirchen
1912: Forstenried
1913: Moosach, Milbertshofen, Oberföhring, Berg am Laim
1930: Freimann, Perlach, Engelschalking, Denning, Daglfing
1932: Trudering
1938: Pasing, das 1905 selbst zur Stadt erhoben worden war
Warum gibt es in München so viele Biergärten?
Das hat einen einfachen Hintergrund. 1539 verbot die Stadt das Bierbrauen zwischen dem 23. April und dem 29. September – zu oft explodierten im Sommer die überhitzten Braukessel. Die Brauer wurden erfinderisch: Sie lagerten das Bier in Kellern am Isarhochufer und pflanzten Kastanienbäume darüber, damit die Kühle im Boden blieb.
Die Münchner entdeckten diese schattigen Keller schnell als Ausflugsziel. Und geschäftstüchtig wurde hier dann Bier und Essen verkauft. Das wiederum ärgerte die Wirte in der Stadt – man einigte sich dann in der Mitte: Bei den Kellern durfte nur Bier ausgeschenkt werden, keine Speisen. Seit dieser Zeit ist es nun Brauch, dass man in Münchner Biergärten die eigene Brotzeit mitbringen darf. Eine Tradition, die auch in den Biergärten der Festzelte auf dem Oktoberfest gilt.
Wie kam es zum Oktoberfest?
1810 feierten 6.000 geladene Gäste fünf Tage lang die Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen auf der später nach ihr benannten Theresienwiese. Den Abschluss bildete ein Pferderennen der Nationalgarde. Weil es so gut ankam, wurde es wiederholt und das Oktoberfest war geboren.
Was ist das Bayerische Reinheitsgebot?
Am 23. April 1516 erließ Herzog Wilhelm IV. eine Verordnung, wonach zum Bierbrauen nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfen. Es gilt als das älteste noch gültige Lebensmittelgesetz der Welt.
Welche Stadtbezirke hat München?
München gliedert sich in 25 Stadtbezirke. Die einwohnerstärksten sind:
Ramersdorf-Perlach: 121.271 Einwohner
Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln: 104.237
Neuhausen-Nymphenburg: 102.527
Bogenhausen: 95.540
Pasing-Obermenzing: 81.783
Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charakter: Schwabing gilt als Lebensgefühl, Haidhausen wirkt fast französisch, Neuhausen hat dörflichen Charme, das Westend ist international geprägt, und die Altstadt vereint Geschichte, Tourismus und Einkaufserlebnis.
Wie ist München geografisch beschaffen?
Die Stadt erstreckt sich 20,7 Kilometer von Norden nach Süden und 26,9 Kilometer von Westen nach Osten; die Stadtgrenze ist 118,7 Kilometer lang. Die durchschnittliche Höhe liegt bei 519 Metern über NHN.
Der höchste Punkt Münchens befindet sich bei Warnberg in Solln auf 579 Metern – der Name Warnberg kommt daher, dass man früher von hier aus nach Feinden Ausschau hielt. Der tiefste Punkt liegt im nördlichen Schwarzhölzl in Feldmoching auf 482 Metern.
Die geografische Stadtmitte wird am Nordturm der Frauenkirche gemessen.
Welche Rolle spielt die Isar?
München ist die einzige deutsche Großstadt, durch die ein Gebirgsfluss läuft. Die Isar entspringt im Karwendelgebirge und fließt auf 13,7 Kilometern durch das Stadtgebiet – teils naturbelassen, teils renaturiert. Sie ist damit der längste Wasserlauf innerhalb Münchens.
Wie grün ist München?
Von den 31.072 Hektar Stadtgebiet entfallen 4.810 Hektar auf Erholungsflächen (15,5 Prozent), darunter rund 4.177 Hektar Grünanlagen. Rechnerisch sind das knapp 26 Quadratmeter pro Einwohner. Dazu kommen 4.535 Hektar landwirtschaftliche Fläche und 1.376 Hektar Wald.
Der Englische Garten zählt mit 375 Hektar zu den größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt.
Wie ist das Wetter in München?
Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 10,1 Grad Celsius (Klimamittel 1991–2020), mit rund 1.843 Sonnenstunden und 940 Millimetern Niederschlag pro Jahr. Der Juli ist mit 19,6 Grad der wärmste, der Januar mit 0,9 Grad der kälteste Monat.
Eine Besonderheit ist der Föhn: Bei dieser Wetterlage sorgen Fallwinde aus den Alpen für außergewöhnlich klare Sicht – dann scheinen die Berge zum Greifen nah. Münchner nutzen den Föhn übrigens gern als Ausrede, wenn mal etwas nicht so klappt.
Wie viele Gäste kommen nach München?
2025 wurden 9.305.028 Gästeankünfte und 19.681.051 Übernachtungen registriert. Ein Aufenthalt dauerte im Schnitt 2,1 Nächte. Zum Jahresende gab es 478 Beherbergungsbetriebe mit 99.584 Betten.
Was sind die höchsten Bauwerke?
Der Olympiaturm ist mit 291 Metern das höchste Bauwerk der Stadt, das höchste Gebäude ist Uptown München am Georg-Brauchle-Ring mit 146 Metern. Bei den Kirchtürmen führt der Nordturm der Frauenkirche mit 99 Metern, gefolgt von St. Paul (97 m) und dem Alten Peter (91 m).
Warum ist München der Nullpunkt Bayerns?
Gleich zwei Nullpunkte liegen in München: Die Mariensäule auf dem Marienplatz markiert seit dem frühen 19. Jahrhundert den metrischen Nullpunkt aller von München ausgehenden Straßen – Entfernungsangaben nach München beziehen sich bis heute auf diesen Punkt.
Der Nordturm der Frauenkirche wiederum ist der Ausgangspunkt der bayerischen Landesvermessung. Von hier aus wurde im 19. Jahrhundert ein Netz trigonometrischer Punkte über ganz Bayern gespannt – die Grundlage aller bayerischen Landkarten. Auch die geografische Stadtmitte Münchens wird an diesem Turm gemessen.
Häufig gestellte Fragen zu München
Wie viele Einwohner hat München?
1.612.429 Menschen mit Hauptwohnsitz (Stand 31. Dezember 2025). Damit ist München nach Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt Deutschlands.
Woher kommt der Name München?
Von „Munichen“ – „bei den Mönchen“. Im 10. Jahrhundert siedelten Mönche des Klosters Tegernsee beim heutigen Alten Peter.
Wann wurde München erstmals urkundlich erwähnt?
Am 14. Juni 1158, als Kaiser Friedrich Barbarossa das Markt- und Münzrecht bestätigte.
Wie viele Stadtbezirke hat München?
25 Stadtbezirke, entstanden aus mehr als 60 ehemals eigenständigen Dörfern.
Was ist der höchste Punkt Münchens?
Der Warnberg in Solln mit 579 Metern.
Warum darf man in Münchner Biergärten eigene Brotzeit mitbringen?
Weil im 16. Jahrhundert vereinbart wurde, dass an den Bierkellern nur Getränke ausgeschenkt werden dürfen – zum Schutz der Stadtwirte. Diese Tradition gilt bis heute.
Wer ist Oberbürgermeister von München?
Dominik Krause, seit dem 1. Mai 2026.
Wo liegt der Nullpunkt der bayerischen Landesvermessung?
Am Nordturm der Frauenkirche in München. Die Mariensäule am Marienplatz ist dagegen der Nullpunkt für die Kilometerzählung der von München ausgehenden Straßen.
touristische Auskünfte:
Tourist Information am Marienplatz
Marienplatz 8, 80331 München
Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 9–17 Uhr, So und Feiertage 10–14 Uhr
Tourist Information am Hauptbahnhof
Luisenstraße 1, 80333 München
Täglich 10–18 Uhr
Website: muenchen.travel
Quelle Text und Foto: München kunterbunt, Scio Verlag, Birgit M. Widmann

