Schwabing wurde 1890 nach München eingemeindet – und hat sich bis heute einen eigenen Charakter bewahrt. Der Name geht auf einen bajuwarischen Kurfürsten namens Swapo zurück; die Endung „-ing“ verrät die frühe Besiedelung.
Beste Reisezeit: ganzjährig
Wie war Schwabing früher?
Hier lebten Bauern und Fischer. Dort, wo heute der Englische Garten angrenzt, weideten die Kühe. Ein 700 Jahre alter Bauernhof mit Maibaum steht bis heute mitten in der Stadt.
Um 1900 siedelten sich Künstler, Musiker, Dichter und Schriftsteller an – die sogenannte Bohème. Sie schufen das Lebensgefühl, das bis heute mit Schwabing verbunden wird. Und wie damals gibt es auch heute viele Kneipen, individuelle Läden und Vergnügungsorte.
Was ist die Leopoldstraße?
Riesige Bäume säumen die vierspurige Straße, die vom Siegestor Richtung Münchner Freiheit führt. Sie ist die Hauptschlagader Schwabings – belebt, gesäumt von Cafés und im Sommer Schauplatz für Straßenkunst.
Was gibt es an der Münchner Freiheit?
Im Café Münchner Freiheit sitzt er noch heute: der Kultschauspieler Monaco Franze – allerdings als Statue, neben dem beliebten Spielplatz. Ebenso beliebt sind Eis und Kuchen.
Rundherum locken viele kleine Läden und Restaurants – Running Sushi, mexikanische und thailändische Küche, die Auswahl ist groß.
Die Münchner Freiheit ist zugleich Gedenkort für die „Weiße Rose“, die Widerstandsgruppe gegen das Hitlerregime.
Wer ist der Walking Man?
Ein 17 Meter großer, gesichtsloser Mann, der zwischen den Bäumen zu gehen scheint. Geschaffen wurde er vom Künstler Jonathan Borofsky aus Boston, gebaut in Los Angeles – und in neun Teilen per Luftfracht nach München gebracht.
Was ist der Wedekindplatz?
Das Zentrum von Altschwabing. Für viele ist hier McDonald’s und die Eisdiele der Hotspot, aber der Platz hat auch eine lange Tradition als Treffpunkt. Ein bekannter Fotograf stiftete für den Wedekindplatz eine Laternenstatue – zum Gedenken an die Schwabinger Legende Gisela.
Was liegt in Schwabing-West?
Eine interessante Verbindung von der Leopoldstraße nach Schwabing-West ist die Hohenzollernstraße mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Schwabing-West spannt sich vom Kurfürstenplatz über Hohenzollernplatz und Elisabethplatz bis zum Luitpoldpark.
- St. Ursula – der Dom von Schwabing: Am Kaiserplatz laden die Stufen der Kirche zum Sitzen und Sonnegenießen ein. Im Turm hängt die alte Ursulaglocke mit knapp 2.500 Kilogramm Stahl.
- Luitpoldpark: Auf dem Schuttberg steht man 37 Meter über den Dingen und hat einen fantastischen Blick über die Stadt. Im Sommer gibt es kostenlose Sportveranstaltungen.
- Bamberger Haus: Der wohl schönste und einzige Biergarten im Park. Im Winter kann man hier Eisstockschießen.
- Bad Georgenschwaige: Direkt neben dem Luitpoldpark – mit Ein-Meter-Sprungbrett und zwei Wasserrutschen.
Was ist das Naturdenkmal in der Winzererstraße?
Hier liegt der größte afrikanische Baumstamm, der je von der Elfenbeinküste nach Europa transportiert wurde. Der Makoré-Stamm lässt sich in allen Einzelheiten betrachten; im Gebäude nebenan befindet sich das Institut für Holzforschung der Technischen Universität.
Was gibt es für Kinder?
Im MIXT Kinderkunsthaus in der Römerstraße gibt es ein offenes Programm für den Künstler in jedem Kind – man kann einen ganzen Tag lang teilnehmen.
Was ist der Schelling Saloon?
Ein Wiener Café mit Billard, Tischfußball und Tischtennis – und mit so langer Geschichte, dass es ein eigenes Museum darüber gibt. Hier kann man auch das in München erfundene „Mensch ärgere dich nicht“ spielen sowie viele weitere Brettspiele.
Was ist das Siegestor?
Ein Nachbau des Konstantinbogens in Rom und ein grandioses Fotomotiv. Ein Geheimnis birgt es auch: Findet man die Tür? Im Inneren sollen sich geheime Zimmer ohne Fenster befinden, die bis zum Dach reichen.
Häufig gestellte Fragen zu Schwabing
Seit wann gehört Schwabing zu München?
Seit 1890 – davor war es ein eigenständiges Dorf mit Bauern und Fischern.
Woher kommt der Name Schwabing?
Von einem bajuwarischen Kurfürsten namens Swapo; die Endung „-ing“ ist typisch für frühe bajuwarische Ortsgründungen.
Was ist der Walking Man?
Eine 17 Meter hohe, gesichtslose Skulptur des Künstlers Jonathan Borofsky an der Leopoldstraße.
Wo hat man in Schwabing einen guten Blick über München?
Vom Schuttberg im Luitpoldpark, 37 Meter über der Umgebung.
Wo kann man in Schwabing baden?
Im Bad Georgenschwaige neben dem Luitpoldpark, mit Sprungbrett und zwei Wasserrutschen.
Was erinnert an die Weiße Rose?
Die Münchner Freiheit ist Gedenkort für die Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime.
Anreise: U-Bahn U3/U6 Münchner Freiheit
Text und Fotos aus: „München kunterbunt“, Scio Verlag © Birgit M. Widmann. Restexemplare direkt bei uns erhältlich.

